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Anthrax (Milzbrand)

Erreger und Übertragung

Anthrax (Milzbrand) ist primär eine Erkrankung von Huftieren wie Rindern oder Schafen, die durch das Bakterium Bacillus anthracis verursacht wird. Dieses bildet Sporen, die unter günstigen Bedingungen mehrere Jahrzehnte in der Umwelt überleben können. Menschen stecken sich durch Berühren von erkrankten Tieren oder verseuchtem Material wie Fleisch, Wolle, Tierhaaren und Knochenmehl an. Eine Infektion ist auch durch das Einatmen von Bakteriensporen oder durch den Verzehr von rohem Fleisch angesteckter Tiere möglich. Von Mensch zu Mensch findet keine Übertragung statt.

Krankheitsbild

Bei direktem Kontakt der Haut mit infektiösem Material dringt das Bakterium über kleinste Verletzungen ein und führt in der Folge zu einem Hautmilzbrand - der weltweit häufigsten Form von Anthrax. Ohne Antibiotikatherapie entsteht eine Blutvergiftung, die in fünf bis 20 Prozent der Fälle zum Tod führt. Wird der Erreger oder Sporen eingeatmet, kann es zum meist tödlich verlaufenden Lungenmilzbrand kommen. Der Verzehr von verseuchtem ungenügend gekochtem Fleisch oder Innereien kann zum seltenen Darmmilzbrand führen; vor allem in Regionen, in denen lebensmittelhygienische Vorschriften und Maßnahmen fehlen oder nicht eingehalten werden.

Verbreitung und Häufigkeit

Anthrax ist beim Menschen eine sehr seltene, aber schwere Krankheit. Sie tritt vorwiegend bei Tieren in landwirtschaftlichen Regionen auf, unter anderem in Süd- und Zentralamerika, Süd- und Osteuropa, Asien, Afrika, der Karibik und dem Mittleren Osten. In Österreich traten seit 1950 insgesamt 87 Milzbrandfälle beim Menschen auf, der letzte derartige Fall wurde im Jahr 1986 gemeldet. 2010 und 2012 kam es durch milzbrandverseuchtes Heroin zu einzelnen Erkrankungs- und Todesfällen in Schottland und in Deutschland.

Vorbeugung

In Österreich und Deutschland ist kurzfristig kein Impfstoff gegen Anthrax verfügbar. Bei längeren Aufenthalten in betroffenen Regionen kann man einer Ansteckung vorbeugen, indem man Kontakte mit erkrankten Tieren vermeidet. Nach möglichem Kontakt mit dem Erreger ist eine vorbeugende Antibiotikagabe mit dem medizinischen Behandlungsteam abzusprechen.

Aufgrund der Eigenschaften des Erregers besteht das Risiko, dass Bacillus anthracis als biologische Waffe oder zu Terrorzwecken eingesetzt wird. Allerdings setzt dies eine hochtechnologische Bearbeitung der Anthrax-Sporen voraus. In den USA wurden im Jahr 2001 Milzbranderreger im Rahmen von terroristischen Anschlägen per Briefpost versandt. Seither kam es auch in Europa zu einzelnen Fällen verdächtiger Postsendungen sowie Meldungen von verdächtigen Behältnissen oder Spuren von weißen Pulvern.

Zusatzinformationen

Fachinformation

Letzte Aktualisierung: 30. September 2019