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Ausgleichszulage und Pensionsbonus

In der gesetzlichen Pensionsversicherung werden bei finanzieller Bedürftigkeit niedrige Pensionen auf einen gewissen Schwellenwert angehoben. Dieser Schwellenwert ist der Ausgleichszulagenrichtsatz.

Ausgleichszulage

Liegt die Gesamtsumme aus Pension, sonstigen Nettoeinkünften und anzurechnenden Beträgen wie z.B. den Unterhaltsleistungen unter diesem Schwellenwert, so gebührt den jeweiligen Pensionsbezieherinnen und Pensionsbeziehern eine Ausgleichszulage in Höhe des Differenzbetrages.

Neben dem Einkommen der Pensionistinnen und Pensionisten wird auch das Einkommen der Ehegattinnen und Ehegatten bei den Ermittlungen berücksichtigt. Hinsichtlich Lebensgemeinschaften ist zu prüfen, ob es im Einzelfall bedarfsmindernde Zuwendungen gibt, die dann gegebenenfalls anzurechnen sind. Eine Reihe von Leistungen – wie Pflegegeld oder Wohnbeihilfen – und auch das persönliche Vermögen sind allerdings von der Anrechnung auf die Ausgleichszulage ausgenommen.

Jeder Pensionsantrag wird auch als Antrag auf die Ausgleichszulage gewertet. 2022 beträgt der Richtsatz für Alleinstehende 1.030,49 Euro , für Ehepaare sowie Paare in eingetragener Partnerschaft 1.625,71 Euro.

Pensionsbonus

Abhängig von der Anzahl der erreichten Mindestanzahl an Beitragsjahren werden ab dem Jahr 2022 bei Vorliegen der Voraussetzungen folgende Pensionsboni gewährt.

Bonus bei Vorliegen von mindestens 30 Beitragsjahren der Pflichtversicherung auf Grund einer Erwerbstätigkeit

Alleinstehenden Pensionistinnen und Pensionisten gebührt zu einer Ausgleichszulage oder zu einer Pension aus eigener Pensionsversicherung ein Bonus, wenn

  • die Person mindestens 360 Beitragsmonate der Pflichtversicherung auf Grund einer Erwerbstätigkeit erworben hat (maximal 60 Kindererziehungsmonate sowie maximal zwölf Monate eines Präsenz- oder Zivildienstes sind als Zeiten auf Grund einer Erwerbstätigkeit mit zu berücksichtigen) und
  • wenn das Gesamteinkommen samt dem anzurechnenden Nettoeinkommen den Betrag von monatlich 1.141,83 Euro nicht übersteigt. 

Der Bonus gebührt in der Differenz zwischen 1.141,83 Euro und dem festgestellten Gesamteinkommen, aber maximal in der Höhe von 155,36 Euro.

Bonus bei Vorliegen von mindestens 40 Beitragsjahren der Pflichtversicherung auf Grund einer Erwerbstätigkeit (bei Alleinstehenden)

Alleinstehenden Pensionistinnen und Pensionisten gebührt zu einer Ausgleichszulage oder zu einer Pension aus eigener Pensionsversicherung ein Bonus, wenn

  • die Person mindestens 480 Beitragsmonate der Pflichtversicherung auf Grund einer Erwerbstätigkeit erworben hat (maximal 60 Kindererziehungsmonate sowie maximal zwölf Monate eines Präsenz- oder Zivildienstes sind als Zeiten auf Grund einer Erwerbstätigkeit mit zu berücksichtigen) und
  • wenn das Gesamteinkommen samt dem anzurechnenden Nettoeinkommen den Betrag von monatlich 1.364,11 Euro nicht übersteigt. 

Der Bonus gebührt in der Differenz zwischen 1.364,11 Euro und dem festgestellten Gesamteinkommen, aber maximal in der Höhe von 396,21 Euro.

Bonus bei Vorliegen von mindestens 40 Beitragsjahren der Pflichtversicherung auf Grund einer Erwerbstätigkeit (bei Verheirateten)

Verheirateten Pensionistinnen und Pensionisten gebührt zu einer Ausgleichszulage oder zu einer Pension aus eigener Pensionsversicherung ein Bonus, wenn

  • die Person mindestens 480 Beitragsmonate der Pflichtversicherung auf Grund einer Erwerbstätigkeit erworben hat (maximal 60 Kindererziehungsmonate sowie maximal zwölf Monate eines Präsenz- oder Zivildienstes sind als Zeiten auf Grund einer Erwerbstätigkeit mit zu berücksichtigen) und
  • wenn das Gesamteinkommen samt dem Nettoeinkommen der bzw. des im gemeinsamen Haushalt lebenden Ehegattin bzw. Ehegatten den Betrag von monatlich 1.841,29 Euro nicht übersteigt.

Der Bonus gebührt in der Differenz zwischen 1.841,29 Euro und dem festgestellten Gesamteinkommen (u.a. inkl. Nettoeinkommen der Ehepartnerin bzw. des Ehepartners), aber maximal in der Höhe von 395,78 Euro.

Abschaffung der abschlagsfreien vorzeitigen Alterspension bei gleichzeitiger Einführung des Frühstarterbonus

Die Abschaffung der Abschlagsfreiheit bei vorzeitiger Alterspension trat per 31.12.2021 in Kraft. Gleichzeitig wurde mit 1.1.2022 ein Frühstarterbonus eingeführt.

Die neue Regelung sieht vor, dass für jeden Beitragsmonat auf Grund einer Erwerbstätigkeit, der vor dem Monatsersten nach der Vollendung des 20. Lebensjahres erworben wurde, ein Frühstarterbonus in der Höhe von 1,0 Euro gebührt. Insgesamt müssen zumindest 300 Beitragsmonate auf Grund einer Erwerbstätigkeit und davon zumindest 12 Monate vor dem Monatsersten nach Vollendung des 20. Lebensjahres liegen. Der Frühstarterbonus ist mit dem Höchstausmaß von 60,0 Euro, der monatlich zur Pension gebührt, begrenzt und ist Bestandteil der Pensionsleistung zu jeder Eigenpension.

Einmalzahlung 2022

Allen Personen, die im Dezember 2021 Anspruch auf eine Ausgleichszulage haben, gebührt eine Einmalzahlung in der Höhe von 150,00 Euro.

Sie gilt nicht als Pensionsbestandteil und nicht als Nettoeinkommen im Sinne des § 292 Abs. 3 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG). Die Einmalzahlung unterliegt nicht der Beitragspflicht in der Krankenversicherung oder Einkommenssteuerpflicht und ist zudem unpfändbar.

Diese Einmalzahlung ist zusammen mit der laufenden Pensionszahlung zum 1. März 2022 (Pension für den Monat Februar 2022) auszuzahlen. 

 

Letzte Aktualisierung: 1. März 2021