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Hepatitis B

Erreger & Übertragung

Die Hepatitis B ist eine ansteckende Leberentzündung, die durch das Hepatitis-B-Virus ausgelöst wird. Sie gehört zu den häufigsten Erkrankungen weltweit, die mit einer schweren Leberentzündung einhergehen können. Übertragen wird das sehr ansteckende Hepatitis-B-Virus durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten (insbesondere Blut und Genitalsekrete) infizierter Personen: beim gemeinsamen Gebrauch von Injektionsspritzen und beim Geschlechtsverkehr (genital, anal, oral), indirekt durch befallene Gegenstände verschiedenster Art (Zahnbürste, Rasierklingen, kontaminierte Instrumente wie z. B. Spritzennadeln, Tätowierbestecke), aber auch bei kleinsten Verletzungen der Haut oder über die Schleimhaut. Infizierte Mütter können die Krankheit während der Geburt auf ihr Kind übertragen.
Da nach einer Ansteckung Beschwerden nicht unmittelbar auftreten müssen, sind Betroffene oft ohne es zu wissen dauerhaft sehr ansteckend.

Krankheitsverlauf und mögliche schwere Krankheitsfolgen

Eine Hepatitis B-Infektion kann sehr unterschiedlich verlaufen, von symptomfrei oder leichten bis hin zu sehr schweren Krankheitsverläufen. Bei akuter Hepatitis B sind die ersten Krankheitszeichen Müdigkeit, Leistungsschwäche, Leberschwellung, Gelenk- und Gliederschmerzen sowie Fieber, Übelkeit und Verdauungsstörungen. Etwa 3 bis 10 Tage später zerstören die Hepatitis B-Viren die Leberzellen. Dadurch kann unter anderem der Abbau des Blutfarbstoffs gestört sein und die Augen sowie die Haut färben sich gelb („Gelbsucht“). Gleichzeitig wird der Stuhlgang hell und der Urin braun. Die Leber schmerzt, wenn man leicht darauf drückt und ist deutlich vergrößert. Das akute Krankheitsbild geht in der Regel nach 6 bis 8 Wochen zurück, kann jedoch in einen chronischen Verlauf übergehen, heilt also nicht aus. Bei <5% der Personen, die sich als Erwachsene angesteckt haben und bei >90 % der Säuglinge, die während der Geburt infiziert wurden, entwickelt sich eine chronische Hepatitis-B-Infektion. Diese kann zu einer Leberzirrhose führen, die mit einem erhöhten Risiko für Leberkrebs und einer deutlichen eingeschränkten Lebenserwartung einhergeht.  20-30% der Erwachsenen mit einer chronischen Hepatitis-B entwickeln eine Leberzirrhose oder Leberkrebs, 25% der chronisch Erkrankten sterben an dem Leberkrebs oder der Leberzirrhose.
Für Säuglinge und Kleinkinder stellt die Hepatitis B auf Grund des hohen Risikos, einen chronischen Verlauf zu entwickeln, eine besondere Gefahr dar.
Wird bei Schwangeren Hepatitis B festgestellt, kann das Neugeborene durch rechtzeitige Behandlung wirksam geschützt werden. Im Rahmen der Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchungen erfolgt daher eine routinemäßige Untersuchung auf das Vorliegen einer Hepatitis B-Infektion der Mutter.  

Verbreitung und Häufigkeit

Das Hepatitis-B-Virus kommt weltweit vor, vor allem jedoch in Ländern Asiens, dem Mittleren Osten, Afrika sowie in Teilen Amerikas. In Österreich spielen heutzutage die sexuelle Übertragung sowie der intravenöse Drogenmissbrauch die wichtigste Rolle bei der Übertragung der Hepatitis-B-Infektion. Weltweit steht aber immer noch die Übertragung von der Mutter auf das Kind an erster Stelle.

Vorbeugung – Eine Impfung schützt!

Um einer Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus vorzubeugen, wird die Schutzimpfung gegen Hepatitis B allgemein für Kinder und Erwachsene in Österreich empfohlen.

Wann und wie oft wird gegen Hepatitis B geimpft?

Eine Impfung gegen Hepatitis B wird für alle Kinder empfohlen und ist Teil des kostenfreien Kinderimpfprogramms. Als Teil der 6-fach-Impfung, wird sie im 3., 5. und 11.-12. Lebensmonat verabreicht. Nach dieser Grundimmunisierung ist eine Auffrischungsimpfung ab dem vollendeten 7. bis zum vollendeten 15. Lebensjahr empfohlen.
Die Hepatitis-B-Grundimmunisierung kann und soll auch bei Erwachsenen in jedem Lebensalter nachgeholt werden und ist bis zum vollendeten 65. Lebensjahr allgemein empfohlen (bei enstprechender Indikation Erstimpfung auch nach dem vollendeten 65. Lebensjahr). Dafür stehen unterschiedliche Impfstoffe (auch als Kombinationsimpfstoffe mit Hepatitis A) zur Verfügung.
Weitere Auffrischungsimpfungen und/oder Titerkontrollen sind nur für Personen mit speziellem Risiko notwendig. Die detaillierte Auflistung dieser Risikogruppen kann dem Impfplan Österreich entnommen werden.

Aktuelle Empfehlungen zur Impfung finden Sie im Impfplan Österreich. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bzw. Ihre Apotheke beraten Sie ausführlich zu den für Sie persönlich empfohlenen Impfungen.

Inhaltlicher Stand: 20. Januar 2020