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Fuchsbandwurm (alveoläre Echinokokkose)

Erreger und Übertragung

Der Fuchsbandwurm Echinococcus multilocularis ("Fünfgliedriger Fuchsbandwurm") ist ein ein bis drei mm kleiner Bandwurm. Er kann beim Menschen eine schwere Leberkrankheit auslösen, die alveoläre Echinokokkose genannt wird. Die erwachsenen Bandwürmer leben im Dünndarm von Füchsen, gelegentlich auch im Darm von Hunden und Katzen.

Menschen stecken sich an durch:

  • die Aufnahme von Fuchsbandwurm-Eiern aus dem Fuchskot (oder Hunde- bzw. Katzenkot),
  • über mit Eiern verunreinigtes Wasser,
  • kontaminierte pflanzliche Nahrungsmittel (Pilze, Waldbeeren, usw.) oder Erde
  • oder durch den Kontakt mit dem Fell infizierter Füchse

Krankheitsbild

Die Zeit zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch kann viele Jahre dauern, im Durchschnitt 15 Jahre. Hauptsächlich ist die Leber vom Befall mit den Larven (Finnen) des Fuchsbandwurms betroffen, seltener benachbarte Organe der Leber oder die Lunge.

Im betroffenen Organ kommt es zur Entstehung von Zysten (abgekapselte Hohlräume), die in das Organ wachsen und dieses zunehmend zerstören. Die Erkrankung wird oft erst nach Monaten bis Jahren entdeckt, wenn sich die Folgen der Organschädigungen bemerkbar machen.

Da hauptsächlich die Leber betroffen ist, sind die häufigsten Symptome Schmerzen im Oberbauch sowie Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und Schleimhäute). Gelegentlich können Müdigkeit, Gewichtsverlust und schlechte Leberwerte auf eine Fuchsbandwurm-Erkrankung hinweisen.

Durch Früherfassung (Bluttests) und Behandlung (operative Entfernung des Parasiten in Kombination mit einer medikamentösen Langzeittherapie) lässt sich die Infektion in den meisten Fällen kontrollieren. Unbehandelt verläuft diese Erkrankung meist tödlich.

Verbreitung und Häufigkeit

Der Fuchsbandwurm ist nur in der nördlichen Hemisphäre verbreitet, nämlich in Nordamerika, Nord-, Zentral- und Osteuropa, Mittlerer Osten, Russland und angrenzende Staaten.

In Österreich wurden in den der letzten 30 Jahren durchschnittlich zwei bis drei Fälle von Fuchsbandwurm-Erkrankungen pro Jahr registriert. Die Hauptgebiete liegen im Westen (Tirol, Vorarlberg), es werden aber auch Fälle aus allen anderen Bundesländern gemeldet.

Der Durchseuchungsgrad von Füchsen mit Fuchsbandwürmern variiert, in Vorarlberg sind durchschnittlich 35 Prozent der Füchse infiziert. Der Fünfgliedrige Fuchsbandwurm wurde mittlerweile in allen österreichischen Bundesländern nachgewiesen.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung wird empfohlen:

  • Bodennah wachsende Waldfrüchte (Beeren, Pilze usw.) sowie Gemüse, Salat und Beeren aus Freilandkulturen und Fallobst vor dem Verzehr gründlich waschen oder besser kochen. Zu beachten ist, dass Tiefgefrieren bei -20°C die Eier des Fuchsbandwurms nicht abtötet.
  • Nach Arbeiten mit Erde, nach dem Beeren-, Pilze- und Holzsammeln oder anderen Tätigkeiten im Wald und auf dem Feld sollten die Hände gründlich gewaschen werden.
  • Schuhe sollten vor dem Betreten der Wohnung ausgezogen werden.
  • Auch beim Umgang mit mäusefangenden Katzen und Hunden ist eine gute Hygiene angezeigt. Nach körperlichem Kontakt mit Hunden oder Katzen sollte man die Hände gründlich waschen. Die Tiere sollten regelmäßig entwurmt und nicht ins Bett gelassen werden.

Zusatzinformationen

Fachinformation

Inhaltlicher Stand: 30. September 2019