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Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung bietet Schutz vor dem Eintritt und den Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Vom Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung waren im Jahr 2018 6,5 Millionen Menschen (73 Prozent) in Österreich erfasst.

Historisch ist die Unfallversicherung als Ablöse der Dienstgeberhaftpflicht zu sehen – und damit gleichsam die „Haftpflicht-Versicherung“ des Dienstgebers bzw. der Dienstgeberin für die Dienstnehmer und Dienstnehmerinnen. Das erklärt auch, warum bei unselbständig Erwerbstätigen ausschließlich die Dienstgeber und Dienstgeberinnen Beiträge zahlen und warum nur solche Unfälle und Krankheiten dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung unterstehen, die direkt mit der Beschäftigung zusammenhängen.

Selbständig Erwerbstätige zahlen ihre Beiträge selbst. Schüler und Schülerinnen und Studierende sowie Mitglieder von Hilfsorganisationen und Lebensretter und Lebensretterinnen sind ebenfalls grundsätzlich vom Versicherungsschutz umfasst, und das, ohne eigene Beiträge bezahlen zu müssen.

Die gesetzliche Unfallversicherung ist somit bei Unfällen im privaten Bereich nicht leistungszuständig. Die gesetzliche Sozialversicherung erbringt in derartigen Fällen dennoch Leistungen aus der Kranken- und Pensionsversicherung.

Versicherungsträger der Sozialen Unfallversicherung

Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) ist zuständig für Arbeiter und Arbeiterinnen und Angestellte, Schüler und Schülerinnen und Studierende. Noch bis zum 31. Dezember 2019 für selbständig Erwerbstätige in der gewerblichen Wirtschaft, sonstige geschützte Personen (Lebensretter und Lebensretterinnen) und Kindergartenkinder im verpflichtenden Kindergartenjahr. Ab 1. Jänner 2020 sind die selbständig Erwerbstätigen in der gewerblichen Wirtschaft bei der neuen Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS) versichert.

Die Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB) ist zuständig für selbständige Landwirte und Landwirtinnen bzw. Forstwirte und Forstwirtinnen und ihre mitarbeitenden Angehörigen. Ab 1. Jänner 2020 sind auch diese Personen bei der neuen SVS versichert.

Die Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB) ist noch bis zum31. Dezember 2019 zuständig für Beamte und Beamtinnen der ÖBB, Bedienstete der Eisenbahnen und der Wiener Verkehrsbetriebe. Ab 1. Jänner 2020 sind diese Personen bei der neuen Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) versichert.

Die Versicherungsanstalt der öffentlich Bediensteten (BVA) ist noch bis 31. Dezember 2019 zuständig für pragmatisierte Beamte und Beamtinnen und Vertragsbedienstete des Bundes, der Länder und Gemeinden (sofern sie nicht einer auf Landesebene eingerichteten Unfallfürsorgeanstalt angehören). Ab 1. Jänner 2020 sind auch diese Personen bei der neuen Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) versichert.

Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung

Die Unfallversicherung trifft Vorsorge für die 

  • Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
  • Erste Hilfe bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
  • Unfallheilbehandlung
  • Rehabilitation von Versehrten
  • Entschädigung nach Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
  • Auszahlung von Renten
  • Zuschüsse für Entgeltfortzahlung
  • Forschung nach den wirksamsten Methoden und Mitteln zur Erfüllung dieser Aufgaben
  • sonstigen Aufgaben im Bereich der arbeitsmedizinischen Betreuung der Versicherten

Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung im Jahr 2018

Im Jahr 2018 wurden 180.000 Versicherungsfälle anerkannt (davon 54.000 Schüler- und Studentenunfälle). Die Versicherungsfälle gliedern sich in 110.000 Arbeitsunfälle im engeren Sinn, rund 14.000 Wegunfälle und 1.500 Berufskrankheiten).

Mit Stand Dezember 2018 wurden rund 95.000 Renten ausbezahlt. Davon entfielen rund 81.000 auf Versehrtenrenten und rund 14.000 auf Hinterbliebenenrenten.

Durch das Sozialversicherungs-Organisationsgesetz ändert sich für viele Versicherte ab 1. Jänner 2020 der zuständige Versicherungsträger. Als versicherte Person müssen Sie nichts unternehmen. Allenfalls nötige Änderungen werden für Sie ohne Ihr Zutun erledigt. Sie werden rechtzeitig und umfassend über die neue Organisationsstruktur und Ihre Ansprechpartner informiert.

Letzte Aktualisierung: 9. Januar 2020