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Bewegung

Bewegung ist wichtig für die Erhaltung der Gesundheit. Sie kann aber auch die Prävention und Behandlung insbesondere chronischer Erkrankungen unterstützen. Informationen über Strategien und Maßnahmen in Österreich finden Sie hier.

Gesundheitsfördernde Bewegung und körperliche Aktivität im Alltag

Ein gesunder Lebensstil ist für die Vorbeugung und Behandlung vieler nicht übertragbarer Erkrankungen wesentlich. Dazu gehören beispielsweise Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht/Fettleibigkeit, Erkrankungen der Atemwege und bestimmte Arten von Krebs. Aber auch die psychische Gesundheit wird durch Lebensstile positiv beeinflusst.

Wie wissenschaftliche Studien belegen, ist die Bewegung neben gesunder Ernährung, dem Verzicht auf Tabak und übermäßigen Alkoholkonsum sowie die Vermeidung von Stress ein besonders wichtiger Lebensstil-Faktor. Auch, wer regelmäßig sportlich aktiv ist, sollte die im Sitzen verbrachte Zeit reduzieren, weil Sitzen unabhängig vom Bewegungsausmaß bestimmte Krankheitsrisiken erhöht.

Regelmäßig durchgeführte Mobilitätserhebungen zeigen, dass sich in Österreich mehr als die Hälfte der österreichischen Erwachsenen und etwa zwei Drittel der Menschen unter 18 Jahren nicht ausreichend bewegen – mit entsprechenden Folgen für die Betroffenen, das Gesundheitssystem und die Volkswirtschaft. Erkenntnisse von Langzeitstudien zeigen einen starken Rückgang der Bewegung im Alltag. Vor allem sind Kinder und Jugendliche stark betroffen. Dies hat neben erhöhten Krankheitsrisiken nicht zuletzt auch Folgen auf die Entwicklung der motorischen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten.

Österreichische Bewegungsempfehlungen

Bewegung muss nicht automatisch sportliche Aktivität oder intensive körperliche Anstrengung bedeuten. Bewegung kann der Definitionen der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge in verschiedenen Formen (Gehen, Rad fahren, aktive Freizeitgestaltung usw.) und in verschiedenen Lebensbereichen (Arbeitsplatz, Schule, Zuhause usw.) ausgeübt werden.

Die 2010 veröffentlichten Österreichischen Empfehlungen für gesundheitswirksame Bewegung beschreiben, in welchem Ausmaß körperliche Aktivität  der Gesundheit nutzt und in welcher Dauer und Intensität sie ausgeführt werden sollte. Konkret werden folgende Bewegungsempfehlungen für unterschiedliche Altersgruppen gegeben:

  • Bewegungsempfehlung für Kinder und Jugendliche: Um die Gesundheit zu fördern, werden altersgerechte Bewegungsformen unabhängig vom Geschlecht im Ausmaß von mindestens 60 Minuten täglich (mittlere Intensität) empfohlen. Spätestens nach einer Stunde Sitzen sollen Kinder und Jugendliche sich wieder bewegen. Darüber hinaus sollten an mindestens drei Tagen der Woche muskelkräftigende und knochenstärkende Bewegungsformen sowie zusätzliche Aktivitäten zur Förderung der Koordination und Beweglichkeit ausgeführt werden.
  • Bewegungsempfehlung für Erwachsene: Gesunden 18-64-Jährigen wird empfohlen, jede Gelegenheit zur Bewegung zu nutzen und zumindest 150 Minuten wöchentlich mit mittlerer oder 75 Minuten mit höherer Intensität aktiv zu sein, zum Beispiel in Form von Radfahren oder Gehen. Zusätzlich sollten an mindestens zwei Tagen der Woche muskelkräftigende Bewegungsformen durchgeführt werden.
  • Bewegungsempfehlung für ältere Menschen: Gesunde Menschen ab 65 Jahren sollten die für Erwachsene empfohlenen Bewegungsformen auf möglichst viele Tage der Woche verteilen und zusätzlich auch Übungen zum Erhalt das Gleichgewichtsvermögens einbauen.

Viele der empfohlenen Aktivitäten können im Alltag ohne zusätzlichen Aufwand gut eingebaut werden und sind leicht einzuplanen. Wer sich mehr mit dem Rad oder zu Fuß als mit dem Auto bewegt, trägt neben den förderlichen Auswirkungen auf die Gesundheit auch zum Klimaschutz bei. Die Art unserer Bewegung im Alltag wirkt sich daher unmittelbar auf die nachhaltige Entwicklung aus. Entsprechend tragen Maßnahmen zur Förderung der Bewegung auch zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bei.

Gesundheitsziel 8: Gesunde und sichere Bewegung im Alltag fördern

Der Ministerrat hat am 14. August 2012 zehn Gesundheitsziele für Österreich beschlossen, von denen Ziel 8 die Förderung gesunder und sicherer Bewegung im Alltag umfasst.

Engagement in Sportvereinen alleine kompensiert den zunehmenden Bewegungsmangel in der Bevölkerung nicht. Viel mehr gilt es in allen Sektoren, bewegungsfördernde Maßnahmen und Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Umsetzung von Gesundheitsziel 8 erfolgt daher in einer sektorenübergreifenden Arbeitsgruppe mit etwa 20 beteiligten Organisationen unter Leitung des Sportressorts.

Im 2015 veröffentlichten Bericht der Arbeitsgruppe heißt es: „Regelmäßige körperliche Aktivität beeinflusst Gesundheit grundlegend und nachhaltig positiv. Sie beugt vielen chronischen Krankheiten vor und begünstigt psychisches und körperliches Wohlbefinden. Ausreichende Bewegung ist vom frühen Kindesalter bis ins hohe Alter unverzichtbarer Bestandteil  der Gesundheitsförderung. Ziel ist deshalb, ausreichend Bewegung in den Alltag zu integrieren, wofür die Lebenswelten inklusive Infrastruktur wie Radwege, Spielplätze, Schulwege und Pausenräume) so gestaltet sein müssen, dass sie Bewegung ermöglichen und dazu anregen. Neben dem Schaffen von Freiräumen für sichere Bewegung im Alltag sollen Bewegungskompetenz und Freude an Bewegung und Sport insbesondere in Kindergärten und Schulen, in Senioren- und Pflegeheimen sowie im Vereinswesen gefördert werden. Die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung sind ebenfalls zu berücksichtigen.“

Die Arbeiten zur Umsetzung des Gesundheitsziels sind anhand von drei Wirkungszielen strukturiert:

  1. die zielgruppen-spezifische Stärkung der Bewegungskompetenz
  2. das Schaffen bewegungsfördernder Lebenswelten
  3. das Aufbauen und Erweitern von Netzwerkstrukturen zur Unterstützung von Bewegung im Alltag.

Ein erster Maßnahmenmonitoring-Bericht der Arbeitsgruppe wurde Ende 2018 veröffentlicht.

Nationaler Aktionsplan Bewegung – NAP.b

„Der Mensch bewegt sich nicht weniger, weil er alt wird. Er wird alt, weil er sich weniger bewegt. Also – bewege dich!“ - meinte schon der ostdeutsche Radrennfahrer Gustav Adolf Schur (geb. 1931). Aufgrund der Bedeutung der Bewegung haben das Sport- und das Gesundheitsressort und eine Reihe von Expertinnen und Experten den NAP.b gemeinsam ausgearbeitet und 2013 veröffentlicht. Ziel ist es, sektorenübergreifend Maßnahmen in Umsetzung zu bringen, die gemäß den nationalen Bewegungsempfehlungen das Bewusstsein um die Bedeutung der Bewegung und das Bewegungsverhalten der Bevölkerung messbare erhöhen.

Die förderliche Wirkung körperlicher Aktivität geht jedoch weit über die Grenzen des Gesundheitsbereiches hinaus – ihre soziale und gesellschaftspolitische Bedeutung erstreckt sich unter anderem auf die Bereiche Integration, Bildung, Inklusion, Chancengerechtigkeit, sozialen Zusammenhalt und auf  Nachhaltigkeit.

Engagement in Sportvereinen alleine kompensiert den zunehmenden Bewegungsmangel in der Bevölkerung nicht. Investitionen in bewegungsfördernde Maßnahmen und Rahmenbedingungen in allen Sektoren sind daher erforderlich und schaffen zudem positive gesamtgesellschaftliche Wirkungen. In Bezug auf die bis 2030 zu erreichenden 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der UNO sind laut WHO auf nationaler Ebene mutigere politische Maßnahmen im Bereich Bewegung und körperliche Aktivität notwendig. Dies soll positive Wechselwirkungen nicht nur für die Gesundheitssysteme, sondern auch für das Sozial- und Wirtschaftssysteme generieren und somit zu 13 von den insgesamt 17 globalen Nachhaltigkeitszielen direkt beitragen.

Inhaltlicher Stand: 17.09.2019